Schützenkompanie Peter Kemenater Schabs
       

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Hauptmann Roland Seppi
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39040 Schabs in Tirol
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KAMPF UM DIE LADRITSCHER BRÜCKE  - EROBERUNG BAYERISCHE FAHNE 1809

 




Die Ladritscher Brücke. Sie wird erstmals 1178 in einer lateinischen Urkunde „pons pendens" (hängende Brücke) genannt. Vermutlich war sie an Ketten befestigt und scheint in einer Niederschrift vom Jahre 1250 als „Hanginte Prukke" und im Jahre 1634 als „Ladritscher Brücke" auf.

Etwa 150 Jahre später ist sie baufällig und wird abgetragen. Die Reste dieser Brückenpfeiler sind 1939 hinter der 63 Meter hohen Staumauer im See versunken. Etwas südlich in der Stelle wo sie sich heute befindet, hat man 1770 die neue Ladritscher Brücke, auch „Hoache Brücke" errichtet.

Diese wichtige Verbindung der Pusterer- und Brennerstraße war in den Tiroler Freiheitskriegen mehrmals hart umkämpft. Nach der Schlacht bei Spinges am 02. April 1797 haben die Franzosen auf ihrem Rückzug ins Pustertal die Brücke niedergebrannt.

Am 11. April 1809 flüchteten die mit den Franzosen verbündeten Bayern, die Tirol seit dem Pressburger Friedensdiktat von 1805 besetzten, vor der anrückenden Österreichischen Armee, aus dem Pustertal. Sie versuchten die Ladritscher Brücke zu zerstören um den Österreichern das Nachrücken zu erschweren.

Sie wurden daran von der „Oberpfarrlinger Sturmschützenkompanie" - zusammengesetzt von Schützen aus Aicha, Schabs, Natz, Viums, Raas, Elvas und Kranebitt - unter der Führung von Hauptmann Peter Kemenater, Sternwirt von Schabs, gehindert.

Es kam zu den ersten größeren Gefechten der Tiroler Erhebung. Der Bayerische General Wreden ließ auch Artillerie auffahren und verursachte dadurch im nahegelegnen Aicha große Schäden.

Nicht nur, dass der Kampf um die Brücke die erste größere Auseinandersetzung im Rahmen des Aufstand war, es war zugleich eine der spannungsgeladensten und wechselvollsten Aktionen der Tiroler Erhebung.

All zulange hätten die Tiroler wahrscheinlich nicht mehr standhalten können, da kamen Schützen aus Vahrn und eröffneten von der Flanke her das Feuer. Die Hoffnung, der Kampf werde nun entschieden, wurde enttäuscht, rückten doch von Süden Franzosen heran.

 

Es handelte sich um rund 2500 Mann der ersten Kolonne der Italienarmee, die nach Augsburg überstellt werden sollte. Doch General Bisson kümmerte die Ladritscher Brücke nicht, er wollte lediglich schnell an der Brixner Klause vorbei. Die Widerstandskraft der Schützen drohte zu erlahmen, da sahen Freund und Feind weiße Monturen auftauchen. Es bestand kein Zweifel, die Kaiserlichen waren vom Pustertal her im Anmarsch. Die Bayern ließen nun von der Brücke ab, zogen sich nach Sterzing zurück und verloren noch rund 200 Mann.

Die Schützen rückten ihnen nach, marschierten über den Brenner und nahmen anschließend ruhmreich Anteil am Sieg über die Franzosen bei der 1. Bergiselschlacht.

Laut Überlieferungen erbeutet Peter Kemenater während des Kampfes um die Ladritscher Brücke von den Bayern eine bayerische Fahne, die noch heute im Besitz der Schützenkompanie Peter Kemenater ist.

In der 2. Schlacht am Bergisel am 13. August 1809 kommandierte Kemenater gemeinsam mit Peter Mayr das Zentrum. Bei den Kämpfen in der Sachsenklemme hat er durch Verlegung des Überganges über das Valler-Jöchl (beim Weiler Niederflans) dem fliehenden Feinde den Abzug versperrt und hierdurch viel zur Niederlage der napoleonischen Truppen beigetragen. Auch in der 3. Bergiselschlacht waren die Oberpfarrlinger tapfer dabei.

Der gemeinsame Schießstand der „Oberpfarrlinger Sturmschützenkompanie" befand sich beim Flötscher in Viums. Bei bevorstehenden Kampfhandlungen schickte der Sternwirt seine Kuriere zum Bacher in Kranebitt, zum Völkl in Elvas, zum Ratzötzer in Raas, zum Hoarer in Natz, zum Flötscher in Viums und zum Kircherwirt in Aicha.

Nach der endgültigen Niederlage am Bergisel im November 1809 zerstörten unsere verbitterten Tiroler Ahnen die Brücke, um den vorrückenden Franzosen den Marsch ins Pustertal zu erschweren. Kurze Zeit später wurde sie wieder in Stand gesetzt.

Die lichte Weite beträgt 24 Meter und die Tiefe 40 Meter. Die 1870- 71 erbaute Eisenbahnbrücke verläuft 80 Meter über dem Flussbett.

Die Ladritscher Brücke überstand beide Weltkriege unversehrt. In der Nachkriegszeit wurde sie durch den zunehmenden Autoverkehr vom Pustertal ins Wipptal und umgekehrt, intensiv in Anspruch

 

genommen. Aber seit dem Bau der neuen Verbindungsstraße von Schabs über die Eisackschlucht zur Autobahneinfahrt in den 70iger Jahren, hat die Brücke sehr an Bedeutung verloren.

So, wie die Brücke an Bedeutung verloren hat, hoffen und beten wir, dass auch Kriege an Bedeutung verlieren mögen. Gleichsam werden wir aber auch alles in unserer Macht stehende tun, um Unrecht, Unterdrückung, Fremdbestimmung und Bevormundung unseres Tiroler Volkes zu beenden. Friedliche, politische Mittel, sollen unser Werkzeug sein. Das Tiroler Gedenkjahr 1809 - 2009 an den Tiroler Aufstand von 1809 sollen nicht nur Rückblick in die Vergangenheit bieten, sonder und vor Allem, Gedanken für die Zukunft wecken.

 

 


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Landesfestumzug 2009



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